Valparaíso – Das Juwel des Pazifiks

Valparaíso – eine der größten Städte Chiles, knapp 100 km westlich von Santiago an der pazifischen Küste gelegen. Im 19. Jahrhundert bekam die Stadt den Spitznamen „das Juwel des Pazifiks“ verliehen, als sie eine der wichtigsten Städte am Pazifik war. Valparaíso war die letzte Stadt, an der Schiffe anlegen konnten, bevor sie die Straße von Magellan zum Atlantik durchquerten, oder umgekehrt. Besonders während des Goldrausches in den USA und Kanada migrierten zahlreiche Menschen aus europäischen und asiatischen Ländern nach Valparaíso, um den starken wirtschaftlichen Erfolg mitzuerleben. Allen voran Briten, Franzosen, Deutsche, Schweizer, Italiener und später auch Palästinenser. Der Traum der idyllischen Hafenstadt nahm aber recht schnell ein Ende mit der Eröffnung des Panamakanals. Im Jahr 1914 versetzte die Eröffnung des Kanales der Hafenstadt einen enormen Schlag, da der Pazifik und der Atlantik nun durch diesen verbunden waren und Schiffe nicht mehr den gefährlichen und deutlich längeren Umweg über die Magellanstraße oder die Drake Passage nehmen mussten. Somit hatten immer weniger Schiffe einen Grund, in Valparaíso Halt zu machen. 

Hafen von Valparaíso im Morgennebel

Von Santiago aus kann man Valparaíso sehr gut mit einem der Fernbusse erreichen. Die Fahrt kostet umgerechnet ca. 5-10 € und dauert knapp zwei Stunden. Sämtliche Busse halten am Terminal Rodoviario am östlichen Ende der Stadt. Von dort aus kommt man sehr gut zu Fuß oder per Uber in die Innenstadt. Vor unserem Ausflug hörten wir sehr viele verschiedene Meinungen und teilweise auch Warnungen über Valparaíso. Santiaguinos (die Einwohner Santiagos) sind der Überzeugung, dass Valparaíso gefährlicher und weniger schön ist als Santiago, wohingegen einem Einwohner aus Valparaíso deutlich klar machen, dass Santiago ein Stück gefährlicher und weniger authentisch ist als ihre eigene Stadt. Ich bin immer noch der Meinung, dass eine gewisse Art von Hass-Liebe zwischen den beiden Städten besteht. Aus neutraler Sicht betrachtet ist die Situation wie in jeder Lateinamerikanischen Stadt – es kommt auf den Stadtteil drauf an. Es gibt sowohl in Santiago als auch in Valparaíso sichere und weniger sichere Gegenden. Der Busbahnhof gehört definitiv zu den weniger sicheren Gegenden.

Busbahnhof von Valparaíso
Triumphbogen auf dem Weg vom Busterminal ins Zentrum

Das Zentrum der Stadt befindet sich auf mehreren Hügeln verteilt und ist übersät mit zahlreichen bunt gestalteten Häusern und Gebäuden in verschiedenen Baustilen. Besonders vertreten sind der spanische Kolonialstil sowie viktorianische Bauten, die den Briten zuzuschreiben sind. Zudem ist Valparaíso eine extrem diverse Stadt – an jeder Ecke findet man verschiedene Kulturen aus verschiedensten Ländern der Welt. Dementsprechend divers und gut ist auch die Küche der Stadt – besonders aufgrund der Lage am Meer wenn man Fisch oder Meeresfrüchte mag.

Häuser im Zentrum Valparaísos

Wir beschlossen in einem günstigen Hostel die Nacht zu verbringen, um am nächsten Tag an einer kleinen geführten Stadttour teilzunehmen. In den meisten größeren südamerikanischen Städten gibt es „Free Walking Tours“, die meist von zertifizierten Tourguides oder Studenten auf Spendenbasis organisiert werden. Dadurch erfuhren wir auch, dass Valparaíso der Sitz der chilenischen Marine sowie des nationalen Kongresses ist. Die Fahrt zurück nach Santiago verlief auch entspannt. Alles in allem ist Valparaíso definitiv ein Ausflug wert, auch wenn man meiner Meinung nach mindestens genauso auf seine Wertgegenstände aufpassen muss, wie in Santiago, besonders aber in der näheren Umgebung des Busbahnhofs. 

Bunte Treppen in der Altstadt
Künstlerische Fassaden in der gesamten Altstadt

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