Santiago de Chile – Erste Impressionen

Am 23.02.2024 war es so weit – es ging für uns nach Chile. Eines der längsten und gleichzeitig schmalsten Länder der Erde. An der breitesten Stelle misst Chile gerade einmal knapp 360 km – auf eine Länge von über 4.200 km. Von Cusco aus dauerte der Flug dementsprechend knapp über drei Stunden. Nach einer knappen Stunde bei der Grenzkontrolle wartete schließlich eine gute Freundin auf uns. Sie ist Chilenin und hatte das Jahr zuvor ihr Auslandssemester in Vorarlberg absolviert. Die Fahrt in die Stadt dauerte mit dem Auto knapp 30 Minuten. Wir hatten unsere Wohnung relativ zentral im Bezirk „Centro de Santiago“. Tatsächlich war es gar nicht so einfach eine brauchbare Wohnung für 5-6 Monate zu finden, die nicht zu teuer, aber auch nicht in einem Armenviertel und nicht zu weit von der Uni entfernt liegt. Entgegen meinen Erwartungen übersteigen bereits Wohnungen in Bezirken der Mittelschicht bereits die Preise Vorarlbergs deutlich. Von unserer Freundin hatten wir dann die Warnung bekommen, keine Wohnung im direkten Zentrum der Stadt zu mieten, sondern eher in den Bezirken „Ñuñoa“, „Providencia“, „Vitacura“ oder „Las Condes“ zu suchen. Diese waren allerdings teilweise so teuer, dass wir als Kompromiss an die Grenze zu Ñuñoa und Providencia, aber im Bezirk „Santiago Stadt“ gezogen sind. Was wir erst später herausfanden – zwei Häuserblocks entfernt war die Straße „Diez de Julio“, auf welcher Kommilitonen zufolge keine Regeln gelten würden. Dementsprechend hat sich auch die Gegend in den Nachtstunden auch zur Reeperbahn Chiles verwandelt. 

Skyline von Santiago
Blick von unserem Balkon

Lastarria und Sanhattan

Lastarria und Sanhattan hatten sich zu meinen beiden Lieblings-„Barrios“ Santiagos entwickelt. Das Viertel „Lastarria“ ist verhältnismäßig relativ sicher und liegt direkt gegenüber der Universidad Católica. In den verzweigten Gassen findet man zahlreiche kleine Stände von Kunsthandwerkern bis hin zu Künstlern. Zudem ist das viertel mit zahlreichen sehr guten Cafés und Eisdielen geschmückt. Im Westen von Lastarria sitzt der recht überschaubare „Santa Lucía“ Hügel. Von oben hat man einen wunderbaren Ausblick über Santiago. Weiter im Westen befinden sich dann der Hauptplatz (Plaza de Armas) sowie „La Moneda“ – der Sitz des chilenischen Präsidenten. Allerdings hielten wir uns an diesen beiden Plätzen nur recht selten auf und wurden immer wieder auf die Gefahr von Diebstählen und Raubüberfällen in dieser Gegend gewarnt.  

Der Neptunbrunnen am Fuße des Santa Lucía Hügels
La Moneda - Sitz des chilenischen Präsidenten

Sanhattan hingegen war so ziemlich das komplette Gegenteil von Lastarria und der Innenstadt. Wie der Name bereits erahnen lässt setzt er sich aus „Santiago“ und „Manhattan“ zusammen. Dabei handelt es sich um das Gebiet nördlich der Metro Stationen „Tobalaba“ bis „Alcántara“ im Bezirk „Las Condes“ – einem der reichsten und sichersten in ganz Santiago. Das Viertel ist bestückt mit Wolkenkratzern an jeder Ecke, besonders herausragend der „Gran Torre Costanera“ – mit einer Höhe von 300 m ist der Turm das höchste Gebäude Südamerikas und das fünfthöchste auf der Südhalbkugel. Sanhattan ist auch das Finanzzentrum Chiles – die „Anzugträgerdichte“ ist vermutlich etwa gleich hoch wie in New York, wenn ich schätzen müsste. 

Bürogebäude und Wolkenkratzer in Sanhattan
Bürogebäude und Wolkenkratzer in Sanhattan

Gran Torre Costanera

Mitten in Sanhattan steht auch mit einer Höhe von 300 m das höchste Gebäude Südamerikas – der Gran Torre Costanera (siehe erstes Bild ganz oben). Mit knapp 18.000 Chilenischen Pesos, umgerechnet ca. 16 € ist auch der Eintrittspreis absolut überschaubar, vor allem wenn man die Aussicht von oben in Betracht zieht. Der Turm ist mittlerweile der zweithöchste Lateinamerikas und das fünfthöchste Gebäude in der südlichen Hemisphäre. Besonders nachdem es geregnet hat, lohnte sich eine Fahrt auf die Aussichtsplattform doppelt, wenn die dreckige Luft durch den Regen etwas reingewaschen wurde und die schneebedeckten Andengipfel beim Sonnenuntergang blutrot angestrahlt wurden. Für mich entwickelte sich der Turm mit der Zeit als kleines Wahrzeichen der Stadt – egal wo man sich befindet, der Turm ist sowohl vom Flugzeug aus, als auch vom Cerro San Cristobal aus sichtbar. 

Ausblick vom Gran Torre Costanera bei Sonnenuntergang
Aussicht vom Gran Torre Costanera

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