Mitte Mai nutzten wir die Uni-freien Tage um eine Reise nach Argentinien zu machen. Buenos Aires, die in der Metropolregion knapp 15 Millionen große Hauptstadt Argentiniens, hatte mich schon immer interessiert. Und was gibt es besseres als die drei großen Leidenschaften eines jeden Argentiniers – Steak, Fußball und Mate? Genau – die Reise war ein MUSS!
Den knapp zwei Stunden langen Flug absolvierten wir mit der niederländischen Airline KLM, welche einen Langstreckenflug zwischen Santiago und Amsterdam anbietet mit kurzem Zwischenstopp in Buenos Aires. Zu unserem Glück hatten wir dadurch eine Boeing 787 auf einem zwei Stunden langen Flug inklusive Entertainmentsystem und Mahlzeiten! Gelandet in der Hauptstadt, nahmen wir uns einen Uber und ließen uns in den Stadtteil Palermo zu unserem AirBnB fahren. Auf dem Weg vom Flughafen kommt man an wirklich zahlreichen Graffitis und Gemälden von Lionel Messi und Diego Maradona vorbei, die beide fast schon fast vergöttert werden. Da Palermo quasi am anderen Ende der Stadt liegt, kommt man auf der Fahrt vom Flughafen auch an mehr oder weniger fast allen wichtigen Orten bereits vorbei, was einem einen guten Überblick ermöglicht. Besonders imposant – die Avenida 9 de Julio – die mit Abstand wichtigste Verkehrsader der Stadt und oft als eine der breitesten Straßen weltweit betitelt. Die Straße ist etwa 140 m breit, wodurch ein Überqueren im Durchschnitt rund 2-3 Minuten dauert.
Erste Eindrücke von Buenos Aires
In Buenos Aires hatten wir zwei volle Tage – den Rest der Reise verbrachten wir in Puerto Iguazú, im Nordosten des Landes. An unserem ersten Tag stand Bargeldbeschaffung und eine kleine Stadttour an. Da die argentinische Wirtschaft und auch der Peso nicht gerade die stabilsten sind, war auch der Wechselkurs im Ausland relativ teuer. Wir beschlossen dementsprechend US-Dollar in Chile zu wechseln und anschließend in Buenos Aires in Pesos umzuwandeln. Tatsächlich war der 1.000 Peso Schein die größte Banknote die in Argentinien existierte – zumindest Anfang 2024. Zu diesem Zeitpunkt waren 1.000 Pesos knapp 0,85 € wert. Nachdem wir knapp 90 € umtauschten merkten wir aber schnell, dass es generell vermutlich schlauer wäre, einfach in US-Dollar zu bezahlen, anstatt 90 € auf fünf Personen aufteilen zu müssen, da das Bündel nicht in eine Geldtasche passt.
Nachdem wir unser Geld besorgt hatten, machten wir uns mit der Metro auf den Weg in die Innenstadt. Von einer Freundin bekamen wir den Tipp, kurz bei der Bücherei „El Ateneo“ vorbeizuschauen. Von der Metrostation „Callao“ ist die Buchhandlung knapp 5 Minuten zu Fuß entfernt. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Theater, erbaut 1919, welches später zu einer eleganten Bibliothek umfunktioniert wurde.
Im Anschluss spazierten wir gemütlich über das Teatro Colón zur Avenida 9 de Julio, welche wir am Vortag bereits befahren hatten. Relativ in der Mitte der Straße findet man auch den berühmten Obelisken. Generell ist Buenos Aires optisch eher europäischen Großstädten ähnlich als anderen lateinamerikanischen Städten – deswegen wird die Stadt oft auch als das Paris Südamerikas bezeichnet.
Meiner Meinung nach ist Buenos Aires eine Mischung aus vielen verschiedenen Einflüssen. Man merkt auf jeden Fall den europäischen Einfluss, vor allem den italienischen an der Kultur und der Gastronomie, allerdings auch wieder den amerikanischen an den großen Boulevards und der moderneren Skyline in Puerto Madero. Gleichzeitig findet man dann auch typisch lateinamerikanische „Barrios“ wie beispielsweise Teile von San Telmo oder La Boca. San Telmo beherbergt auch einen der bekanntesten Märkte der Stadt – den Mercado de San Telmo. Die Markthalle wurde im frühen 20. Jahrhundert erbaut, und eignet sich hervorragend für einen kurzen Stopp zum Mittagessen – natürlich auch mit einem obligatorischen, traditionellen Mate.
La Boca - Fußball, Kunst und Kulinarik
La Boca – der vermutlich bekannteste Stadtteil Buenos Aires. La Boca ist Heimat der Boca Juniors, einer der wohl erfolgreichsten und bekanntesten Fußballmannschaften Argentiniens. Gegründet wurde der Club, wie so vieles anderes in Buenos Aires, Anfang des 20. Jahrhunderts von italienischen Einwanderern aus Genua. Seither machte sich der Club einen Namen auf nationaler und internationaler Bühne unter anderem mit weltweit bekannten Spielern wie Diego Maradona, Alexis Mac Allister oder Gary Medel. Unweit vom Stadion entfernt, befindet sich die kleine Gasse „Caminito“ welche bekannt ist für ihre bunten Häuser und zahlreichen Künstler entlang der Gasse. Und was darf in Argentinien und vor allem in La Boca nicht fehlen? Richtig – ein schönes, saftiges Steak.
Moderne in Puerto Madero & Palermo
Abends machten wir eine kleine Tour durch das moderne Viertel „Puerto Madero“, gelegen auf einer Insel und verbunden über sechs Brücken mit dem Festland. Eine dieser Brücken, die „Puente de la Mujer“ („Brücke der Frau“) sticht durch ihre besondere architektonische Gestaltung heraus. Nachts wird die Brücke dann mit LEDs pink angestrahlt, wodurch im Wasser eine Spiegelung entsteht und die Brücke den Anschein eines Pfeiles, der nach Puerto Madero zeigt, entsteht. Abends gönnten wir uns dann wieder ein traditionelles Steak im Restaurante Sorrento – wenn ich ehrlich bin, vermutlich eines der Besten meines Lebens bisher.
Am letzten Tag nutzten wir den Vormittag noch um den Japanischen Garten im Norden von Palermo zu besichtigen. Generell ist die Gegend sehr grün mit vielen großen Parkanlagen. Anschließend ging es mit einem Uber zum Flughafen Jorge Newbery – direkt an der Küste des Rio Plata. Von dort aus hatten wir einen Flug in den äußersten Nordosten Argentiniens, an die Grenze zu Brasilien und Paraguay.

